13.09.20 – Werbefilme der Stummfilmzeit – 18:30 Uhr

 

Der Filmabend zum ‚Tag des Offenen Denkmals‘ stellt eine Auswahl origineller Werbefilme der Jahre 1912 – 1932 vor, ein Teil der Filme wird auf historischen 35mm Kopien vorgeführt.

Der Abend beginnt mit den frühesten Werbefilmen, sie entstanden 1912 für Kupferberg in Mainz: kleine Engelchen tanzen auf einem Sektglas; wer kann da widerstehen? Ein weiteres schönes Beispiel für den frühen Industrie- und Werbefilm ist ‚Hopfen und Malz – Gott erhalts! Ein Rundgang durch die Binding Brauerei Frankfurt.‘ Dieser Film hat sich mit seinen historischen Einfärbungen erhalten und vermittelt einen anschaulichen Eindruck vom Handwerk der Bierbrauerei und der Herstellung imposanter Bierfässer vor 100 Jahren

Weitere Highlights im Programm sind die beiden Rundfunk-Werbefilme aus dem Bundesarchiv; sie machen für den deutschen Rundfunk Werbung, der 1923 im Vox Haus Berlin seinen Betrieb aufgenommen hatte. Man sieht im Film die ‚10 Gebote‘ für den korrekten Rundfunk-Hörer, denn Schwarzhörer gab es damals zu Hauf. Vom genialen Werbepionier Julius Pinschewer ist auch ein Trickfilm dabei: ‚Tod der Langeweile‘. Man sieht ein junges Paar, das sich offenbar nichts (mehr) zu sagen hat. Da kommen das Radiogerät ins Wohnzimmer und mischt mit seinem Programm die trübe Stimmung auf, und schon ist das junge Paar im gemeinsamen Hören glücklich vereint – Tanzmusik, Wetterbericht, Börsenbarometer. Alles hat der Rundfunk geboten.

In einem weiteren Filmblock geht es um den kleinen Luxus im Alltag, wie Mode aus dem Textilhaus Goldmann in Dresden, oder um die neueste Nivea-Hautcreme. Das Filmprogramm schließt mit dem 24-Stunden-Rennen auf der Opelrennbahn Rüsselsheim und mit einem letzten Radio-Werbefilm für die Firma Siemens.

Dazwischen erfährt das Publikum, wie man sich die Produktion dieser originellen Stummfilme vorstellen muss; manche Filme arbeiten mit Animationen, andere mit kleinen Spielszenen. Das Ergebnis ist jedenfalls immer verblüffend und ausgesprochen unterhaltsam. Nina Goslar (ARTE Filmredaktion) wird dies im Gespräch mit Gästen der regionalen Sammler- und Archivszene erläutern.

 

Eintritt: 12 €€ VVK / 14 € AK

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